Handpan Skalen und Theorie
Wie heißt die Handpan eigentlich richtig?
Handpan, Hangdrum, Handtrommel, Pantam, Steeldrum, Spacedrum oder einfach UFO? Für dieses Instrument sind so viele Namen im Umlauf, dass man sie kaum alle aufzählen kann. Zuerst: „Hang ®“ (Plural: Hanghang) ist eine geschützte Bezeichnung. Sie gilt nur für die erste Version, die PANart gebaut hat. Der Name kommt vom schweizerdeutschen Wort für „Hand“, denn anders als die Steeldrum, die mit Schlägeln gespielt wird, spielt man das Hang mit den Händen. Steeldrums wurden in den 1930er-Jahren auf Trinidad erfunden und traditionell aus Ölfässern gefertigt. Sie sind konkav, das Hang dagegen ist konvex. Namen wie Spacedrum, Bells oder Halo haben andere Hersteller ihren Instrumenten gegeben. Weil sich das Instrument schnell über das Internet verbreitet hat und so viele Namen kursieren, hat sich mit der Zeit der Begriff „Hangdrum“ eingebürgert. In der internationalen Szene aus Spielern und Handpan Makern sind aber „Handpan“ und „Pantam“ die gängigsten Begriffe.
Aus welchen Teilen besteht eine Handpan?

Eine Handpan hat:
- den Dome: Grund- und Basston
- die Tonfelder: ringförmig um den Dome in der Mitte angeordnet
- die Schulter: verbindet die Tonfelder mit dem Dome
- den Rand (Rim): die äußere Kante der Handpan
- das Gu: das Resonanzloch auf der Unterseite der Handpan
- die Töne auf der Unterseite (optional): zusätzliche Töne auf der Rückseite der Handpan
Die Skala jedes Instruments ist immer so angeordnet (aufsteigend von 1 bis 9):

Was ist die Tonart einer Handpan?
Dur- und Molltonarten werden durch ihren Grundton (den Anfangs- oder Basiston) und ihr Tongeschlecht bestimmt, also Dur oder Moll. Eine Durtonart nutzt eine Dur-Tonleiter, eine Molltonart eine Moll-Tonleiter. Ein Grundton D und eine Moll-Tonleiter ergeben zum Beispiel ein Instrument in D-Moll. Mehr dazu findest du auf Wikipedia.
Bei einer „D Kurd“ Handpan steht das „D“ für die Tonart und „Kurd“ für die Skala. Die schauen wir uns als Nächstes genauer an.
Was ist eine Handpan Skala?
Jede Skala hat ihre eigene Wirkung. Selbst zwei Skalen in derselben Tonart können sich beim Spielen ganz anders anfühlen und andere Möglichkeiten bieten, denn jeder Ton wirkt anders. Wie du auf den Grafiken siehst, lässt die „Celtic“ im Vergleich zur „Kurd“ das Bb auf dem zweiten Tonfeld weg. Alle weiteren Töne rücken dadurch um eine Position weiter. Das Ergebnis: zwei Handpans, die ab dem unteren C gespiegelt sind.

Viele Handpan Maker geben Skalen, die längst einen Namen haben, eigene Namen. So ist ein Begriffsdschungel entstanden, in dem man leicht den Überblick verliert. Hier findest du alles über die gängigsten Skalen und die, die zu dir passt!
Aus welchem Material werden Handpans gebaut?
Aus welchem Stahl ist meine Handpan?
Die meisten Handpans werden heute aus einer von drei Stahlsorten gebaut. Jede hat ihren eigenen Charakter.
Nitrierter Stahl (DC04) Die klassische Wahl: Stahl, der mit Stickstoff wärmebehandelt wird. Das härtet ihn und schützt vor Rost.
- Kürzeres Sustain, perkussiver Klang, fast wie Keramik
- Kräftiger, direkter Charakter
- Braucht regelmäßiges Ölen und Rostschutz
Edelstahl (AISI 430) Das meistverwendete Material bei modernen Handpans.
- Langes, volles Sustain und warme Resonanz
- Sehr rostbeständig und pflegeleicht
- Hält die Stimmung zuverlässig über lange Zeit
Die meisten YataoPan Handpans sind aus Edelstahl.
Ember Steel Die neueste Entwicklung unserer Freunde von Ayasa Instruments: ein spezieller Edelstahl mit eigener chemischer Zusammensetzung.
- Sehr langes, aber kontrolliertes Sustain
- Weicher, runder Ton, weniger metallisch als klassischer Edelstahl
- Komplett rostfrei, Ölen nicht nötig
- Spricht schon auf leichte Anschläge an. Das macht es Einsteigern leichter, einen sauberen Ton zu erzeugen
- Die ausdrucksstärkste der drei Stahlsorten, beliebt bei Einsteigern wie Profis
Bei Yataoshop ist unsere YataoPan Ember Linie aus Ember Steel gebaut. Hör sie dir an, dann hörst du den Unterschied.
Wie entsteht der besondere Klang einer Handpan?
Der Klang entsteht, wenn die einzelnen Tonfelder in der Oberfläche der Handpan schwingen. Je größer das Tonfeld, desto tiefer der Ton. Je kleiner das Tonfeld, desto höher der Ton.
Die beiden verklebten Stahlschalen bilden zusammen mit dem Loch in der unteren Schale („Gu“) einen Helmholtz-Resonator. Er verstärkt den Klang des ganzen Instruments und sorgt zum großen Teil für den vollen, weit tragenden Klang. Meist werden Handpans auf den heutigen Kammerton 440 Hz gestimmt. Manche Instrumente sind auf 432 Hz gestimmt, andere frei und ohne Stimmgerät. Anders als die chromatische Steelpan ist eine Handpan in einer bestimmten Tonart gestimmt. Auf jedes Tonfeld werden Grundton, Oktave und Quinte gestimmt. Daher kommt der tiefe, obertonreiche Klang der Handpan.
Ist eine Handpan chromatisch?
Nein. Die meisten Handpans sind diatonisch gestimmt. Diatonisch heißt: Anders als bei der chromatischen Tonleiter (auf dem Klavier alle weißen und schwarzen Tasten) steht nur ein bestimmter Tonvorrat zur Verfügung. Auf einer Handpan in D-Moll spielst du also nur in D-Moll, und zwar mit den mindestens 8 Tönen, die das Instrument hat.
Kompliziert wird es bei den verschiedenen Skalen. Es gibt zum Beispiel nicht nur eine D-Moll-Skala, sondern mehrere Varianten dieser Tonart. Dabei ändern sich die Intervalle auf der Handpan. Im folgenden Beispiel beginnen beide Skalen im Ring auf der Quinte (A). Die Buchstaben nach dem Bindestrich sind die Töne im Ring, der Buchstabe davor ist der Dome. Die „Kurd“ geht alle Stufen der natürlichen D-Moll-Tonleiter der Reihe nach hoch. Die „Celtic“ lässt die Sexte, das „Bb“, weg.
Vollständige D-Moll-Tonleiter:
D, E, F, G, A, Bb, C
Skala „D Kurd 8“:
D - A, Bb, C, D, E, F, G, A
Skala „D Celtic 8“:
D - A, C, D, E, F, G, A, C
Skala „Mystic 8“
D - A, Bb, D, E, F, G, A, C